Der Countdown läuft

Kreisbote, 03.05.2012, von CHRISTINE TRÖGER

Kurz vor Ende der Spielsaison stehen im TheaterInKempten (TIK) die im
vergangenen Jahr mit großem Erfolg gestarteten Schultheatertage in den Startlöchern.
Vom 21. bis 25. Mai heißt es für Kinder und Jugendliche von der Grundschule bis zur
Oberstufe aus Kempten und dem Umland zum zweiten Mal: „Die Welt ist (d)eine
Bühne". Das fünftägige Programm umfasst insgesamt elf Theateraufführungen, dazu
einen Theater-Workshop für Lehrer und einen Tanz-Workshop für Schüler ab zwölf.
Außerdem sollen Akteure und Publikum in einem „Mitmachkunstprojekt" von der
Fachakademie für Kunstpädagogik Gelegenheit haben, im Verlauf einen „Theatergarten"
entstehen zu lassen.

 Das Motto der 2. Schultheatertage, „immer mehr...", hätten die Theatergruppen jeweils
passend zu ihrem Stück selbst ergänzen dürfen, erklärte Nikola Stadelmann, künstlerische
Direktorin des TIK und – mit dem Leiter des Amts für Jugendarbeit, Thomas Baier-Regnery –
Initiatorin des Projektes. So darf man also schon gespannt sein, was sich hinter den nach
„immer mehr..." folgenden Begriffen wie „Theater", „Wahnsinn", „Liebe", „Salat",
„Hysterie" oder auch „Socke" wohl verbirgt. Vergangenes Jahr schon ein echter „Renner",
wird auch in diesem Jahr die „Hilde-Drama-Group" des Hildegardis-Gymnasiums mit einem
Stück in englischer Sprache auf der Bühne stehen: „Fawlty Towers", ein abgedrehter
Theaterspaß frei nach der englischen Kultserie. Ein „schönes Inklusionsprojekt" nannte
Stadelmann das Stück „Der Revisor" frei nach Nikolai Gogol, mit körperlich-geistig
behinderten Darstellern aus dem Astrid-Lindgren-Haus und nicht- behinderten vom Allgäu-
Gymnasium.
Tierisches Musical
Erstmals nicht nur Schirmherrin, sondern mit ihrer ersten Klasse auch aktiv dabei, hat Heidi
Netzer zusammen mit Marietta Blind das tierische Mini-Musical „Das Schneckenhaus" mit
Schülerinnen und Schülern der Volksschule Haldenwang erarbeitet. Netzer habe dem Projekt
ausgesprochen positive Auswirkungen auf die Schüler bescheinigt, die nicht nur unheimlich
viel Spaß in den Proben hätten, sondern auch stark an Selbstbewusstsein gewinnen würden,
berichtete Projektleiterin Tabea Karsch. Bestätigt habe das auch Ingrid Peukert, Schul- und
Theatergruppenleiterin der Volksschule Kottern-Eich, die 2011 mit so großer Begeisterung
dabei gewesen sei, dass sie damals schon verkündet habe, 2012 wieder mitmachen zu wollen.
„Das geheime Leben der Piraten" heißt das Musical mit Pfiff ihrer Wahl diesmal.
Über 3000 Besucher hatten 2011 laut Stadelmann die insgesamt 17 Aufführungen ins Theater
gelockt. Damit seien Ziele wie, ein Podium für die erarbeiteten Stücke zu bieten oder eine
projektübergreifende Zusammenarbeit von Schulen zu fördern, bereits beim Pilotfestival
aufgegangen. „Wir sehen das Festival als einen Spiel- und Erfahrungsraum, als eine Art
Gegenpol zum schulischen Alltagsleben, in dem die musischen Dinge immer mehr in den
Hintergrund rücken", betonte sie.
Einen positiven Aspekt des Projektes sähen Magdalena Schulz und Kilian Hampel von der
Theatergruppe des Carl-von-Linde-Gymnasiums (CvL) zum Beispiel auch darin, keine Angst
mehr zu haben vor größere Gruppen zu treten. Außerdem sei es etwas Besonderes, im
„richtigen" Theater vor einem anderen Publikum zu sprechen als in der Schule vor den Eltern,
denn „die finden uns ja eh immer toll", zitierte Nikola Stadelmann das Feedback Hampels.
Zu sehen ist die Gruppe des CvL gleich am Eröffnungsabend in „Die Nashörner" von Eugène
Ionesco. Thomas Baier-Regnery würdigte die große Mitmach-Resonanz deshalb besonders,
weil er wisse, dass „für die Schulen sehr viel Arbeit dahinter steckt".