Presse

Gelungene Premiere

1. Kemptener Schultheatertage locken zahlreiche interessierte Zuschauer ins Stadttheater (Kreisbote Kempten Titel 15.6.2011)

Kempten – Einen abwechslungsreichen Theatermarathon, an dem sich 15 Schulen und Institutionen beteiligt hatten, gab es eine Woche lang im Theater in Kempten (TIK). „Fremdsein und Dazugehören" war das Leitmotiv, das vom Kinderhort, Grund- und Förderschulen bis zu Realschulen und Gymnasien mit viel Herzblut in ganz unterschiedlicher, teilweise sehr professioneller Weise auf die Bühnen des TIK gebracht wurden. Einen genussvollen und von Anfang bis Ende spannungsvollen Abend bescherte beispielsweise die Hilde Drama Group vom Kemptener Hildegardis- Gymnasium. Sie präsentierten mit „Othello-Recharged" eine sehr gelungene, moderne Inszenierung des Shakespeare-Klassikers in astreinem Englisch.

„Haben unsere Ziele erreicht“

Schultheatertage Direktorin Stadelmann zieht eine positive Bilanz des erstmals organisierten Festivals – Wiederholung im nächsten Jahr (AZ 11.6.2011)

Kempten „Unsere Ziele haben wir erreicht." Das sagt Nikola Stadelmann, die Theaterdirektorin, über die 1. Kemptener Schultheatertage. Man habe den Kindern und Jugendlichen eine Spielwiese bieten, die Theaterarbeit der Schulen bündeln und den Austausch untereinander fördern wollen. Das alles sei gelungen, so Stadelmann. Deshalb falle die Bilanz dieses neuen Festivals positiv aus, erklärte sie gestern Nachmittag – nach anstrengenden Tagen für sie und ihr Team mit Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich. Allenfalls bei Kleinigkeiten gebe es Verbesserungsmöglichkeiten. Stadelmann freute sich besonders darüber, dass die Kinder und Jugendlichen viel Spaß erlebt und großes Selbstbewusstsein gewonnen hätten.

Jugendliche rappen zu Handpuppenspiel

Kempten Eine Sirene heult, Autos rasen durch dunkle Straßen einer Häuserschlucht-Kulisse. „Und ich werde diskriminiert – schon in der ersten Klasse", so tönt eine Strophe des von Jugendlichen des Jugendzentrums Thingers selbst geschriebenen Textes. Eigentlich hätte das live zu einem Puppenspiel gerappt werden sollen. Doch weil mehrere Darsteller ausfielen, kam der Rap vom Band. Das Handpuppen-Theater rührte dennoch an. Weil Jugendarbeit spontan ist, haben es Cengiz Bozkurt (18) und Nico Völk (16) alleine geschafft: Ihr Stück „Seit der ersten Klasse" erntete bei den Schultheatertagen im Stadttheater viel Beifall. Im Vorprogramm eines „Gala- Abends" von Schülerinnen des Gymnasiums Immenstadt eröffneten die beiden mit dem sozialkritischen Puppenspiel mutig den Abend. Die Allgäuer Band Rainer von Vielen begleitete im Anschluss unplugged Siebt- und Elftklässlerinnen, die zu zwei Liedern der Band Showtänze einstudiert hatten. Nach einer Interview-Runde mit den Beteiligten zum Making-of wurde als Höhepunkt das von den Schülerinnen produzierte Musikvideo zum Rainer von Vielen-Lied „Asche zu Asche" gezeigt. (nic) AZ 10.6.2011)

Allgäu-Gymnasium mit Märchenparodie

Kempten „Helden, Schurken und vieles mehr" tummelte sich beim Auftritt des Allgäu Gymnasiums Kempten im proppen-vollen Theater- Oben. Unter der Leitung von Angelika Altenthan gelang den Schülern eine witzige Märchenparodie mit einfallsreichen Anspielungen auf die klassischen Märchen: Die geflügelte Feenwelt wehrt sich gegen die Invasion der bösen Königin und deren Zauberspuk, stellt jedoch fest, dass In-den-Ofen-Werfen „out" ist und es bei ebay keine Helden gibt. Alle aberwitzigen Widrigkeiten werden mit Hilfe des engagierten Helden, dem zu klein geratenen „Großen Kino", kalauernd und unter Wortspiel-Akrobatik überwunden. Die launige, unkonventionelle und ideenreiche Vorstellung sorgte für große Begeisterung. (az 10.6.2011)

Realschule ironisiert „Aschenputtel“

Kempten Dem Titel „Aschenputtel – mal anders" wurde die Theatergruppe „Play4You" der Städtischen Realschule Kempten unter der Leitung von Birgit Krebehenne mehr als gerecht: In einer verrückten Adaption des Grimmschen Märchens überzeugten die jungen Schauspieler mit Spielwitz, treffsicheren Pointen und gekonnten Regieeinfällen. In atemlosem Wechsel sprangen Erzähler, Aschenputtel, die hässlichen Schwestern, der schöne Prinz und die gute Fee hinter dem Vorhang hervor, um slapstickartig komprimiert Aschenputtels Geschichte mit ironischem Tonfall wiederzugeben. Aschenputtel als satirischer Running Gag: eine genial umgesetzte Idee, für die es im ausverkauften Theater-Oben großen Applaus gab. (AZ 10.6.2011)