Presse

Ein Jahr lang gefeilt

Gemeinschafts-Projekt Stresemann-Volksschule und AWO-Kinderhort erarbeiten ein Stück über Ausgrenzung und Freundschaft (AZ 10.6.2011)

Kempten „Irgendwie ist jeder anders", sagen die gelb-grünen Buchstaben, die im Schwarzlicht leuchtend über die Bühne hüpfen. Etwa 35 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren haben gerade gezeigt, wie weh Ausgrenzung tun kann und wie gut es ist, Freunde zu haben. Mit ihrem Stück „Irgendwie anders" setzten die Gustav-Stresemann-Volksschule und der AWO-Kinderhort „Einstein" die Festivalidee der „1. Kemptener Schultheatertage" um und erarbeiteten gemeinsam ein Projekt. Die räumliche Nähe der beiden Einrichtungen hat dies möglich gemacht. Gleich zwei Aufführungen geben sie hintereinander im Theater- Oben. „Es lief alles super", sagt Hortnerin Katja Strunz immer noch aufgeregt und ein wenig erschöpft nach dem ersten Auftritt.

Musik, Ballons und ein Schiller-Stück

Die 1. Schultheatertage starten mit einem bunten Programm (AZ 8.6.2011)

Kempten „We have a dream" spielte und sang die „kleine" Besetzung der Hilde Bigband unter Leitung von Tobias Berlinger als eines von sieben Ohrwürmern aus Rock, Pop und Spirituals im Stadttheater und versprühte Lebensfreude und gute Laune. Eine passendere musikalische Einstimmung auf die „1. Kemptener Schultheatertagen" hätten sich die Hauptinitiatoren Nikola Stadelmann und Thomas Baier- Regnery nicht wünschen können, hatten sie doch einen Traum, und dieser ist in Erfüllung gegangen. Hunderte von Schülern und Lehrer stehen in den Startlöchern, um ihre im letzten Jahr entstandenen Arbeiten in dieser Woche im Stadttheater zu präsentieren. Weiße und grüne Luftballons mit Postkarten stiegen dann vor dem Theater in den weiß-blauen Himmel auf.

Wie Phönix aus der Asche

Schultheatertage Immenstädter Schülerinnen gestalten „Gala-Abend" (AZ 11.6.2011)

Kempten/Immenstadt Lena übt ihre Tanzschritte. Im Dunkeln, links vor der Bühne, strumpfsockig. Gleich wird sie mit 21 Siebtklässlerinnen vom Immenstädter Gymnasium tanzen, beim großen „Gala-Abend" des Gymnasiums Immenstadt. Sie wurde von den Q11-Schülerinnen des P-Seminars „Showtanz" engagiert, genauso wie die Allgäuer Band „Rainer von Vielen". Zu deren Liedern haben die Mädchen eine Choreografie einstudiert. Wie echte „Showmaster" führen die Elftklässlerinnen Miriam Jörg, Sarah Knobloch, Nicole Frei und Eva Hauber durch den Abend. Sie haben „Talkgäste" eingeladen, wie den Kameramann Daniel Munding oder die Sagenerzählerin Margot Stubenvoll. Sie führen Interviews und schenken am Ende Blumen. Zwischendurch gibt es viel Musik und Showeinlagen, in denen Schülerinnen wie Vanessa Brezina die Hauptrollen spielen. Sie ist der Phönix in einem Schwarzlicht-Tanz zum Rainer von Vielen-Song „Asche zu Asche", zu dem die Mädchen auch ein Video produziert haben. So wie der Phönix aus der Asche aufersteht und die Dämonen im Video und beim Live-Tanz vernichtet, wird auch den Zuschauern während der turbulenten Show klar, wie alles zusammenhängt. Denn der Höhepunkt des Programms kommt am Schluss: Mit der Videopremiere zu „Asche zu Asche" und einem heiteren „Making-of" runden die Schülerinnen einen abwechslungsreichen Abend ab, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt

Viele Hände ziehen an einem Strang

Stadttheater Bei Schultheatertagen wirken 15 Schulen und Einrichtungen mit

„Gibt es im Theater so etwas wie einen Thron?“, will Angelika Altenthan vom Allgäu Gymnasium wissen. Nikola Stadelmann überlegt kurz. „Einen Thron nicht, aber wir haben einen roten Ohrensessel. Der stammt aus der Tanzproduktion ‚Die Wohnsinnigen’“, meint sie dann. „Oh, den brauchen wir auch“, rufen Katja Strunz und Sylvia Stichling vom Kinderhort „Einstein“ gleichzeitig. Beim letzten offiziellen Treffen der Theatergruppenleiter der „1. Kemptener Schultheatertage“ im Theater-Oben geht es so munter und lebhaft zu wie auf einem Basar. Etwa 20 der Theatergruppenleiter sind der Einladung von Nikola Stadelmann und Jugendamtsleiter Thomas Baier-Regnery gefolgt, um Aufführungsdetails vor allem technischer Natur zu besprechen. „Wie schreibt man so einen Licht- und Tonplan, so dass die Technik das auch lesen kann?“, wollen die Frauen vom „Einstein“ wissen. Sie erarbeiten mit der Gustav-Stresemann- Schule ein Stück über Anderssein. „Fremdsein und Dazugehören, das war die Richtschnur“, sagt Stadelmann in Hinblick auf die Thematik des Projekts, an dem 15 Schulen und Einrichtungen beteiligt sind.

Chancen für die Jugend

Projekt Großes Interesse an Schultheatertagen

Die Vorbereitungen für die 1. Kemptener Schultheatertage 2011 im Theater in Kempten laufen. Nikola Stadelmann, designierte Theaterdirektorin (ab der Spielzeit 2010/2011) und Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit der Stadt Kempten, erläuterten im Theater-Oben vor Vertretern von rund 20 Schulen, Vereinen und Jugendorganisationen das Konzept. Das Festival wird als gemeinsame Initiative des TiK und des Amts für Jugendarbeit erstmalig vom 6. Bis 10. Juni 2011 im Stadttheater stattfinden. Theatergruppen und Arbeitsgruppen der Schulen sowie Jugendinstitutionen aus Kempten und Umgebung können selbst erarbeitete Inszenierungen und Projekte vorzustellen. Hinzu kommt ein theaterpä- dagogisches Programm. Schirmherrin Heidi Netzer ist selbst Lehrerin und betonte die Wichtigkeit solcher Theatertage für Kinder und Jugendliche. Ein solches Festival biete die Möglichkeit, nicht nur die geistigen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu fördern, sondern auch deren künstlerische und kreative Kompetenzen. Einig waren sich die Teilnehmer, dass sich durch die Schultheatertage neue Chancen für Kinder und Jugendliche eröffnen können.

Allgäuer Zeitung, 12.03.2010